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09.04.2020

“Vertrau auf Gott und bind’ dein Kamel an” Arabisches Sprichwort

Ich hab nun schon einige Texte zum Thema “Vertrau auf Gott” geschrieben und jetzt will ich mal was zu dem Thema “Bind’ dein Kamel an!” schreiben.(Obwohl ich mich eigentlich nicht in die Reihe jener einreihen will, die gerade erzählen, was du alles tun sollst: von “Hände waschen” bis “glücklich sein”).

Ich tu es trotzdem, weil ich das Gefühl habe, dass es vielleicht für einige oder vielleicht auch nur für einen von euch nützlich und hilfreich sein kann.

“Bind dein Kamel an” heißt: Achte auf deinen Körper - und in diesen Tagen ganz besonders auf dein Immunsystem und auf deine Leber.

Immunsystem ist klar: Je besser dein Immunsystem, desto leichter kann dein Körper Viren und Bakterien abwehren oder verarbeiten. Dazu gehören ein gesunder Darm, bzw. eine gesunde Darmflora. Das ist z.B. machbar mit Pro- und Präbiotika, mit gutem lebendigem Essen, (natürlich ;-)) nicht rauchen, wenig (weißen) Zucker. Auch wenn deine Psyche bei dem momentanen globalen Angst-Stress sehr nach Zucker verlangen könnte. Er gibt dir ein falsches Gefühl von “Erdung”, d.h. er macht dir vor, dass dein erstes Chakra (das den Zustand deiner momentanen Körperlichkeit beschreibt), in Ordnung ist. Ist es aber nicht, denn wenn du Angst hast und gestresst bist, wirkt sich das immer auch auf dein erstes Chakra aus. In dieser Zeit braucht dein Körper ganz besonders “erdende” Nahrungsmittel.

Das folgende ist ein Auszug aus  “Ernährung nach den fünf Elementen” - von Barbara Temelie

ERDE - SÜSS -> befeuchtet, entspannt, baut Qi auf, verteilt
Getreide: Amaranth, Sago, Süssreis Hirse, Mais Gerste, Hefebrot
Gemüse: Fenchel, Kastanie, Kürbis, Süßkartoffel, Kohl, Bohnen, Karotte, Kartoffel, Rübe, Erbse, Aubergine, Avocado, Broccoli, Blumenkohl, Champignon, Chinakohl, Mangold, Paprika, Spinat, Schwarzwurzel, Sellerie, Spargel, Zucchini
Fleisch: Kalb, Rind
Obst: Aprikose, Pfirsich, Rosine, Süßkirsche Dattel, Feige, Pflaume, Traube, Apfel, Birne, Honigmelone, Papaya
Gewürze: Fenchel, Zimt Kümmel, Vanille  Safran, Honig, Malz, Rohrzucker Öle, Ahornsirup, Estragon,
Getränke: Fencheltee Likör, Kokosmilch, Kümmeltee Traubensaft, Maishaartee, Malzbier, Kuhmilch Apfelsaft, Gemüsesaft, Sojamilch
Sonstiges: Pistazie, Pinienkern, Walnuss Haselnuss, Mandel, Sesam, Erdnuss, Kokos, Butter, Ei, Käse, Sahne, Sonnenblumenkerne, Tofu

Was dein Körper jetzt noch braucht, ist: viel schlafen, gut schlafen, gut essen, die Frühlings-Sonne genießen, viel lachen und dich freuen, dich im Leben und bei deinen Freunden - auch wenn’s nur virtuell ist - sicher und geborgen fühlen. Am gesündesten ist dein Immunsystem, wenn du glücklich bist.
Aber mach dir bitte keine Sorgen, dass du krank wirst, weil du eben gerade nicht glücklich, sondern gestresst bist. Es reicht, wenn du dich immer wieder an deinen Körper und an deine wahren Gefühle erinnerst. Es wird dein Immunsystem ganz sicher nicht stärken, wenn du deine Angst unterdrückst um “gesund” zu sein/bleiben. Hör einfach auf deinen Körper und deinen Bauch, er sagt dir schon was er braucht: Kurkuma oder Vitamin C … tanzen, schlafen, weinen, spazieren gehen oder meditieren. Und um ihn zu hören, musst du nach innen gehen. Vor ein paar Tagen hab ich folgendes gelesen:

“If you can’t go outside, go inside”

Also geh in dich, und spür was dein Körper jetzt gerade braucht. Wenn du Glück hast, hast du gerade jetzt Zeit dafür … wenn du Krankenpfleger, Ärztin oder Verkäufer bist, eher nicht :-(
Sorge für dich. Damit hilfst du nicht nur dir, sondern auch denen, die jetzt mit den vielen Kranken zu tun haben oder die mehr arbeiten müssen, damit wir essen und uns sicher fühlen können.
Wenn du dich an das Bild das Leuchtturmes erinnerst: Dieser Leuchtturm hat einen festen Stand am Boden. Den muss er haben, denn sonst würde er umfallen. Er braucht diese Verbundenheit zur Erde um leuchten zu können, genauso wie du einen lebendigen Körper brauchst, um dein Licht leuchten lassen zu können.

Der zweite Bereich deines Körpers, der deine Unterstützung braucht, ist deine Leber. In ihr herrscht gerade ein richtiger Aufruhr mit all den Gefühlen die deine Psyche produziert: Angst, Sorge, Schmerz, Verzweiflung. Diese Unterstützung kannst du ihr z.B. mit einem heißen Leberwickel geben: Zwischen 13 und 15 Uhr ein grünes Tuch mit heißem Wasser tränken und auf deinen Leberbereich an deiner rechten Seite in Magenhöhe legen und dich damit mindestens ½ Stunde hinlegen und entspannen. Du kannst noch ein anderes warmes Tuch oder eine Plastikfolie darüber legen, damit dieser Wickel gut warm bleibt. Außerdem helfen bittere Kräuter, Mariendistel (als Nahrungsergänzungsmittel oder als Tee) und alle bitteren Nahrungsmitteln deiner Leber mit der Flut an Gefühlen und Körperabfällen fertig zu werden.

Ein letzter Bereich, der für mich in von Anfang an sehr wichtig erschien, ist das Fließen-lassen unserer Gefühle: unsere Tränen.(Ein Symptom dieser Virus-Erkrankung ist Trockenheit: Hals und Husten, alles ist trocken.)
Ich erlebe in meiner Arbeit immer wieder wie ‘weinen’ den gesamten (Energie-)Körper in Bewegung bringt und “alle Säfte” fließen lässt. Gerade wenn du eher sonst nicht dazu neigst, deinen Tränen freien Lauf zu lassen - z.B. wenn du ein Mann bist … oder meist unter “fremden” Menschen arbeitest … oder glaubst, dass Weinen nur was für “Weicheier” ist - wäre doch jetzt (vielleicht in der Isolation?) eine gute Gelegenheit mal was anderes zu versuchen. Tränen reinigen deinen Körper von angestauter Energie (ist sogar wissenschaftlich bewiesen ;-)), sie befeuchten deine Kehle und deine Augen … und entspannen dein gesamtes System. Und “ganz nebenbei” helfen sie dir und der Welt, weil Mitgefühl das “Heilmittel” für jegliche Abkapselung, Trennung und Verhärtung ist.

Mit “WEIN’ MAL WIEDER” ist allerdings nicht ein stundenlanges depressives vor dich hin weinen gemeint - wenn ‘weinen’ bei dir in diese Richtung geht, wäre ein mitfühlender Mensch in deiner Nähe besser, oder zumindest ein Anruf bei einem Freund, statt alleine zu weinen.

Ich habe in meinem Leben viel geweint. Doch seit ca. 20 (?) Jahren ist Traurigkeit und Weinen eher etwas, das nur dann bei mir entsteht, wenn ich mich mit dem Schmerz, dem Leid und der Angst auf der ganzen Welt verbinde. Persönliche Trauer/Schmerz fühle ich nur sehr selten. Und doch weine ich seit einigen Monaten täglich: Die große graue Angst-Glocke die über der gesamten Welt hängt, war noch niemals so durchgängig und dicht. Meist war das große Leid viel weiter weg von uns: Syrien, Afrika … oder ein bisschen näher dran: die Flüchtlinge, die im Meer ertrinken und die, die zwar die Flucht überleben aber dann in Lagern zwischen Hoffnung und Verzweiflung ausharren müssen. Und bei dem Leid, das auch bei uns in Deutschland geschieht haben wir uns meist angewöhnt wegzuhören und wegzuschauen: Es werden hier bei uns Mädchen sexuell verstümmelt, Kinder von ihren Eltern gequält und ermordet, Schüler gemobbt, Flüchtlinge bedroht, Frauen eingesperrt, versklavt und zur Prostitution gezwungen …

Doch seit ein paar Monaten ist es nicht mehr so leicht, wegzuschauen. WIR HABEN ANGST: vor dem eigenen Tod, vor dem qualvollen Sterben, davor, dass unsere Angehörigen leiden und sterben, davor dass wir unsere materielle Existenz und unser Geld verlieren. All diese Ängste sind in anderen Teilen der Welt völlig “normal”: Kindersterblichkeit, Hunger, tödliche Krankheiten und Seuchen, Kriege, Terror, Vertreibung, Naturkatastrophen - für sehr viele Menschen ist das schon immer Alltag. gewesen.
Jetzt müssen wir das auch spüren. Die Angst der ganzen Welt ist bei uns angekommen.

Natürlich geht jeder Mensch anders mit Angst um. Gerade wir hier im Westen, sind nicht gewohnt mit so viel Unsicherheit zu leben. Die Folge sind u.a.: Hamsterkäufe, Verleugnung, Verschwörungstheorien, Aggression und der laute Ruf nach: “SICHERHEIT”. Wir wollen nicht daran denken, dass das der Tod ein Teil des Lebens ist. Doch das Leben ist nicht sicher: Das einzige “Sichere” im Leben ist der Tod.
Egal ob wir an Gott “glauben” oder nicht, diese große Krise fordert uns auf, zu erkennen, dass erst das Bewusstsein unserer Sterblichkeit unser Leben kostbar und einzigartig macht.
Gerade jetzt in dieser Zeit des Rückzugs und der Isolation können wir vielleicht endlich sehen, was wir sonst alles tun, um uns vermeintlich “sicher” zu fühlen, oder auch um unsere große Angst vorm Tod nicht zu spüren. Wir suchen Ablenkung, die uns diese Angst vergessen lässt. Daraus enstehen unzählige Süchte - wir sind eine große Sucht- Gesellschaft: Essen, Rauchen, TV, Gaming, Alkohol, Sex, Drogen, Sport, Hobby, Meditation, Seminare, die ganze “Freizeit-Industrie” … und natürlich - last but not least - die Arbeit. Ja - auch die gehört zu unseren Lieblings-Süchten!

Für viele Erwachsene - und leider auch Kinder - ist ein völlig durchorganisierter Tages-, Wochen- und Monats-Plan ohne “Leerstellen” völlig normal. Und natürlich muss selbst im Urlaub Action sein. Um Gottes Willen nicht einfach nur irgendwo rumsitzen und “sich langweilen”.

Doch genau das ist aber das Zauberwort: Langeweile!

Ich halte Langeweile für einen völlig mißachteten und ungesehenen “Erleuchtungs-Weg” ;-) .Er ist einer der hilfreichsten Weg zur Spiritualität, zur Transformation - oder auch einfach nur zur Entspannung.

Wie lange hältst du es wohl aus, ohne irgendetwas zu tun, einfach nur zu sitzen und dich zu langweilen. Hast du das schon mal probiert: nicht lesen, nicht Musik hören, nicht spazieren gehen, nicht stricken - und ganz wichtig: NICHT MEDITIEREN ;-)

Wenn du es versuchen willst, fang langsam an - dieser Versuch kann ziemlich heftig werden, denn was dann in dieser “Langeweile” in dein Bewusstsein kommt, sind all die Gedanken, Gefühle und Impulse, die du ansonsten in deinem Alltag “wegsüchtelst”.

Ich habe früher so meine “Urlaube” verbracht: vier bis sechs Wochen, allein, ohne Telefon (es gab damals noch keine Handys), ohne Bücher (aber mit einem dicken Tagebuch) auf einer Insel in Griechenland. (Heute würde man das Retreats nennen.) Und ich bin jedesmal “neugeboren” zurück gekommen.

Nutz die Zeit um dich mal in die “Langeweile” zu trauen.

Jetzt ist es doch etwas vom Thema “Bind dein Kamel an” abgedriftet … aber vielleicht ist das ja genauso richtig:

Durchsage, Nika März 2020

“Du musst wie ein Seiltänzer auf einer Nadelspitze in der Mitte bleiben. Dort ist die einzige Tür, der einzige Ausgang, der einzige Eingang.
Wenn du dich in die Angst flüchtest oder auch in die Vermeidung der Angst, wirst du stecken bleiben. Und wenn du dich in die Göttlichkeit flüchtest,wirst du dich auch dort der Transformation entziehen. Die Göttlichkeit muss nicht transformiert werden.

Du musst mit einem Fuss in der Dunkelheit stehen und mit dem anderen Fuß im Licht und beides muss sich in dir bewegen. Beides muss sich wie ein Strudel in dir bewegen. Das lässt all deine Verhärtungen wie eine Kruste von dir abspringen und es bleibt das übrig was du in Wahrheit bist: Never born - never died.
Diese Aufgabe braucht eine lange Vorbereitung und vielleicht sind nicht viele, nicht alle dafür bereit, aber es reicht, wenn du es probierst … immer wieder. Das Wenige ist viel. Das ist alles. Nicht mehr und nicht weniger. Da ist nichts schlimmes und ALLES IST GUT.”
  (Danke Ulrike fürs Abtippen!)

Ich wünsch dir eine leichte und freudige Transformation.

syntheseislove - 12:50:11 @ Aktuell | Kommentar hinzufügen